Filme 1967
 
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1967
Der Wahlhelfer
 
Der Wahlhelfer behandelt die Entwicklung eines jungen Gerichtsrefe- rendars und FDP-Anhängers zum Revolutionär. Da es sich um einen Agitationsfilm handelt, kann von einer 'Entwicklung' natürlich nicht die Rede sein. Die politische Verbesserung Harald Lochs vollzieht sich vielmehr 'sprunghaft' so wie ab Mitte der sechziger Jahre alles 'sprunghaft' verläuft: der Volkskrieg in Vietnam, die Zuspitzung der Klassenkämpfe in der BRD und Westberlin, die Transformation des SDS von einer (bereits abgehängten) Unterorganisation der SPD zur Sturmspitze der außerparlamentarischen Opposition und die Verschärfung der Widersprüche zwischen Studenten und Administration an der DFFB. Neben der Geschichte von der Politisierung eines jungen Mannes erzählt der Film etwas über Kreuzberg, über die Probleme der FDP in einem traditionellen Berliner Arbeiterbezirk und über eine Liebe in Algerien. Es lohnt sich somit, ihn genauer zu betrachten. (Klaus Kreimeier)
Regie, Buch: Harun Farocki Kamera: Thomas Hartwig
Produktion: DFFB, Berlin-West Länge: 14 Min.
Format: 16mm, s/w, 1:1,37
 
 
1967
Die Worte des Vorsitzenden
 
Der Film wurde auf den Teach-ins im Audimax der Freien Universität teils mit donnerndem Applaus, teils mit ohrenbetäubenden Pfeifkonzerten überschüttet. Er provoziert unmittelbare, spontane Reaktionen; erst mit dem Fortgang der Linienkämpfe und der ideologischen Verhärtungen breitete sich das Schweigen, die eisige Ablehnung aus. Farocki war 1967/68 ein Dadaist des Maoismus. Zum Hintergrund seines Films gehört der Godard-Kult in der ersten Studentengeneration der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin, gehören die 'chinesischen' Godard-Filme von 1967/68 (von La Chinoise bis Le gai savoir)... (Klaus Kreimeier)
Regie, Buch: Harun Farocki Regie-Assistenz: Helke Sander
Buch: Harun Farocki nach einem Text von Lin Piao
Kamera: Holger Meins Produktion: DFFB, Berlin-West
Länge: 3 Min. Format: 16mm, s/w, 1:1,37
Erstsendung: 27.06.1969, ZDF