Filme 1982
 
1982
Etwas wird sichtbar
 
Harun Farockis Film Etwas wird sichtbar will nicht erklären, warum ein Krieg in einem so fernen Land einen Moment lang überspringen konnte auf die ganze westliche Welt. Er handelt von Distanzen, von Beziehungen zwischen. Er erklärt auch nicht, er erinnert nur daran, dass nie zuvor ein Krieg derart massiv gecovert wurde. Aber es wäre schon zuviel, zu sagen, dass die Bilder seinen Verlauf mitbestimmt hätten. Er zeigt die Nachwehen, die Kriegseffekte. Er kombiniert ein historisches Motiv mit einem romantischen. Vietnam und ein Liebespaar.
Wir sehen Leute in Berlin, heute, die gezeichnet sind von diesem Krieg. Die Trauer ist noch größer als die Enttäuschung. Die Zeiten nach der Revolution sind schwer. Wenn man zur Tagesordnung übergeht, wenn die reinen Kämpfer von gestern ihre Unschuld verlieren. Und nicht nur das. Noch den Sieg der anderen haben die mächtigen Verlierer zu nutzen gewusst. Die Sympathisanten geben sich auf ihrem ureigensten Gebiete geschlagen: Die Amerikaner in ihren Büchern haben den Gegner viel besser porträtiert  als alle Sympathisanten mit ihrer Sympathie.
Die eine Seite und die andere kommen zu Wort. Zwischen den Dingen, den Menschen, den Ansichten, den Orten, zeigt sich etwas von selbst. Aber alle Distanzierung ändert nichts daran: Farockis Film ist ein Bekenntnis.
Die Spuren, die der Vietnamkrieg in denen hinterlassen hat, die damals hier gegen ihn kämpften, zeigt der Film: Der Krieg hat dieser Generation die Bilder verschlagen.
Und obendrein ist ihre Sprache noch heute bis ins Mark gezeichnet von analytischen Umständlichkeiten, mit denen man vor zehn Jahren kundtat, dass man auf der richtigen Seite stand und die richtigen Autoren gelesen hatte. Trotz allen Beteuerungen des Films, dass mit dem Ende des Krieges die Fronten und die einseitigen Wahrheiten verschwunden seien.
(Frieda  Grafe Blutig ernst, Süddeutsche Zeitung vom 16.7.1982)
Regie: Harun Farocki Regie-
Assistenz: Ursula Lefkes Buch:
Harun Farocki Script: Karl-Heinz
Wegmann Kamera: Ingo Kratisch
2. Kamera: Rainer März, Peter Wirths
Kamera-Assistenz: Wolf-Dieter
Fallert Schnitt: Johannes Beringer
Ton: Rolf Müller, Manfred Blank
Mischung: Gerhard Jensen Musik:
Markus Spies Darsteller: Anna
Mandel, Marcel Werner, Hanns
Zischler, Inga Humpe, Bruno Ganz,
Jeff Layton, Ronny Tanner, Hartmut
Bitomsky, Rainer Homann, Olaf
Scheuring, Michael Wagner, Elfriede
Irrall, Ingrid Oppermann, Wilhelm
Menne Sprecher: Till Hagen
Produktion: Harun Farocki, Farocki
Filmproduktion, Berlin-West, ZDF,
Mainz Produktionsleitung: Ulrich
Ströhle Länge: 114 Min. Format:
35mm, s/w, 1:1,37 Uraufführung:
24.01.1982, Saarbrücken
 
(Max-Ophüls-Preis)
Kinostart: 26.02.1982, Berlin-West
(Cinema Bundesallee) Erstsendung:
05.09.1984, ZDF Erstverleih: Basis
Film-Verleih Auszeichnung:
Prädikat "Wertvoll"
 
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1982
Kurzfilme von Peter Weiss.
Vorgestellt von Harun Farocki
 
Farocki gibt eine Einführung in folgende Filme von Peter Weiss:
Studie II (Halluzinationen, Swe 1952)
Studie IV (Befreiung, Swe 1954)
Enligt lag (Im Namen des Gesetzes, Swe 1957)
Ansikten i skugga (Gesichter im Schatten, Swe 1956)
Vad ska vi göra nu da? (Was machen wir jetzt?, Swe 1958)
Regie, Buch, Kommentar: Harun Farocki Kamera:
Rainer MärzProduktion: Harun Farocki Filmproduktion,
Berlin-West, für WDR, Köln Länge: 44 Min.
(1. Sendefassung); 80 Min. (vollständige Fassung)
Format: 16mm, s/w, 1:1, 37 Erstsendung: 05.04.1982,
West 3, (1. Sendefassung), 08.11.1996, 3sat, 05.04.1982,
(vollständige Fassung) Anmerkung: Der Film war vorgesehen
in zwei Teilen; zunächst (1982) wurde nur der 1. Teil gesendet