Filme 1998
 
80
1998
Der Finanzchef
 
Beitrag für das Magazin "Brut" (arte), aus Material der Produktion Die Bewerbung. (Produktionsmitteilung)
Regie, Buch: Harun Farocki Kamera: Ingo Kratisch
Schnitt: Max Reimann Ton: Ludger Blanke
Recherche: Ludger Blanke Produktion: Harun Farocki
Filmproduktion, Berlin, für den Süddeutschen Rundfunk,
Stuttgart Produzent: Harun Farocki Redaktion: Juliane
Endres Länge: 7 Min. Format: Video-BetaSP, Farbe, 1:1,37
Erstsendung: 06.03.1998, arte
 
 
1998
Worte und Spiele
 
Die neuen Produktionsanlagen für die täglichen Talk- und Game-Shows liegen an den Peripherien der Großstädte, in Unterföhring bei München an einer Verlängerung der Bahnhofstraße, die Medienallee benannt ist. Der wichtigste Rohstoff dieses Industriezweiges, der so neu ist, daß er seine Kosten und Extrakosten, Profite und Extraprofite noch nicht zuverlässig voraussehen kann, ist der Alltagsmensch. Der ist billig und will sich zur Erscheinung bringen, aber hat er einen Schauwert? Die Alltagsmenschen folgen einem Aufruf, der über Bildschirmtext ergeht, nach einer Vorauswahl werden sie von Producern und Betreuern in Scharen in Empfang genommen. Die Betreuer im Studentenalter erklären die Spielregel und üben den Auf- und Abtritt, erfragen und repetieren Lebensgeschichten. Sie sollen die täglich mehrfach umgeschlagenen Massen raffinieren, mit Engelssinn sind sie daran, ihnen etwas Ornament einzubleuen. Vor ein paar Jahren hätten sie einen Heil- oder Pflege-Beruf erstrebt. Jetzt lehren sie, wie man in die Kamera winkt und die nichtigste Erfahrung in deutliche Fertigsätze faßt. Sie geben belegte Brötchen aus und nehmen die Angst. So geht es auch im Dokumentarfilm zu und die Talkundgameshows sind die dokumentarische Produktionsidee in industrieller Form. Wenn das Kino Träume produziert, dann dieses Fernsehen Träumereien. [weiter...]
Regie, Buch: Harun Farocki Kamera:
Ingo Kratisch, Rosa Mercedes, Ludger
Blanke Schnitt: Max Reimann Licht:
Leo Lumen Technik: Horst Brams,
Anna Faroqhi Ton: Ludger Blanke,
Sylvia Mittelstädt, Rolf Merker Musik:
Markus Spies nach Johannes Brahms,
Opus 121 Denn es geht dem Menschen
wie dem Vieh Mitarbeit/Recherche:
Ludger Blanke Produktion: Harun
Farocki Filmproduktion, Berlin
Redaktion: Bernd Michael Fincke
Länge: 68 Min. Format: Video-
BetaSP, Farbe, 1:1,37