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Ausweg
- Regie, Buch: Harun Farocki
Mitarbeit: Antje Ehmann,
- Matthias Rajmann, Jan Ralske Produktion
: Harun
- Farocki Filmproduktion, Berlin,
- Länge: 14 Min. Format:
DV, s/w und Farbe, 2005
- Anmerkung: Video produziert für Kunsträume
Der Krieg findet immer einen Ausweg (Brecht). Wenn
es einen Zusammenhang gibt zwischen Produktion und Destruktion, der Entwicklung
der produktiven und destruktiven Kräfte, dann ist die Atombombe die ultimative
Waffe des Industriezeitalters. Größte Tonnage, höchste Todesrate, weitreichendste
Zerstörung. Was folgt auf sie, was aber sind die Waffen des postindustriellen
Zeitalters? Für die postindustriellen Produkte gilt, dass ihr materieller Anteil
abnimmt und dass sie deshalb zunehmend weniger verschleißen. Damit sie den Markt
nicht verstopfen, müssen sie künstlich veraltet werden, wie Marx das nannte:
moralisch verschlissen werden. Es gilt auch für den Monopolisten, dass nur ständige
Erneuerung die Produkte altern lässt und entwertet, einer Konkurrenz bedarf es
dazu nicht mehr.Die Konkurrenz hat bisher die Feindschaft begründet. Jetzt wird
die Konkurrenz innerlich und ein äußerer Feind ist nicht mehr zu haben. Der Feind
ist unter uns und in uns. Es werden Waffen gebraucht, die eine Person unter tausend
treffen. Die Ökonomie verlangt Kriege mit höchster Treffsicherheit. Etwa: Kriege
mit humanitärer Begründung. (Harun Farocki)