Harun Farocki, Die Schöpfer der Einkaufswelten, in: Topos Raum. Die Aktualität des Raumes in den Künsten der Gegenwart, hrsg. von der Akademie der Künste, Berlin, Nürnberg 2005, S. 135-138

Ich habe bei dieser Arbeit erfahren, daß nur eine Handvoll funktionalistischer Argumente angeführt wird, wenn es um Verkaufs-Räume geht, und wirkungsästhetische Argumente vorherrschend sind. Das Dilemma liegt natürlich darin, daß die Kunden nicht nur als Kunden aufgefaßt werden sollen oder können, sondern es auch gilt, sie zu unterhalten. Darum bietet man ihnen „Ambiente“, „Erlebniswelten“, wie man es nennt, und sogar einen ästhetischen Überschuß, ein Versprechen, das gern an den Namen eines Star-Architekten geknüpft wird. ( Harun Farocki)