Ich glaubte Gefangene zu sehen
 
Ich glaubte Gefangene zu sehen
Regie, Buch: Harun Farocki Recherche, Kamera:
Cathy Lee Crane Schnitt: Max Reimann Ton: Luis Van Rooki
Produktion: Harun Farocki Filmproduktion, Berlin,
Generali Foundation, Wien. Mit Unterstützung von ZDF/3sat,
Mainz - IngeClassen, Movimento, Paris - Christian Baute
Länge: 23 Min. Format: BetaSp, Farbe Erstauf-
führung: International Festival Locarno, 6.08.2000
Anmerkung: Single-Channel-Version
 
Bilder aus dem Maximum Security Gefängnis in Corcoran, Californien. Die Überwachungskamera zeigt ein tortenstückförmigen Ausschnitt, den betongedeckten Hof, auf dem die Gefangenen in kurzen Hosen und meist ohne Hemd eine halbe Stunde am Tag verbringen können. Ein Häftling greift den anderen an, worauf die Unbeteiligten sich sogleich auf den Boden legen, die Arme über dem Kopf. Sie wissen, was jetzt kommt: der Wärter wird eine Warnung rufen und danach eine Gummimunition abfeuern. Hören die Häftlinge mit dem Kampf jetzt nicht auf, schießt der Wärter scharf. Die Bilder sind stumm, vom Schuß zieht der Pulverrauch durch das Bild. Die Kamera und das Gewehr sind gleich nebeneinander, Blickfeld und Schußfeld fallen zusammen... (Harun Farocki)